Tierklinik im Tierzentrum Gelnhausen

A-Z der Tiergesundheit:

Bauchschmerzen, Akutes Abdomen

1. Übersicht

Das Abdomen bezeichnet den Bauch und umfasst abdominale Organe wie die Leber, Milz, Pankreas (Bauchspeicheldrüse) und den Gastrointestinaltrakt (GIT). Der Gastrointestinaltrakt besteht bei unseren Haustieren aus einem Magen (Monogastrier), dem Dünndarm unterteilt in das Duodenum, Jejunum und Ileum, sowie dem Kolon. Ebenso zählt der Urogenitaltrakt mit der rechten und linken Niere, der Harnblase, den Eierstöcken und Uterus bei weiblichen Tieren und der Prostata bei männlichen Tieren zu dem Abdomen. Durch die Stimulation von Nervenfasern, die an Kapseln oder Muskeln der oben genannten Bauchorgane enden, kann eine Erregung und somit ein akuter Schmerz hervorgerufen werden. Viszerale Schmerzen sind häufig diffus, d.h. dass Tiere mit akuten Schmerzen des Abdomens ein generalisiertes Schmerzempfinden und erhöhte Bauchdeckenspannung zeigen können. Dadurch wird eine genaue Lokalisation des Schmerzes und des ursächlichen Organs erschwert.

 


Quelle: Veterinärmedizinische Universität Wien www.vetmeduni.ac.at

2. Was bedeutet akutes Abdomen?

Ein akutes Abdomen beschreibt eine plötzlich einsetzende und intensiv progressive Symptomatik im Bereich der Bauchhöhle. Die einsetzenden Symptome sollten zeitnah diagnostisch bei Ihrem Tierarzt abgeklärt werden. In einer großen Zahl an Fällen ist nach der Diagnosestellung eine Notfalltherapie erforderlich.

3. Welche Symptome sind Anzeichen für ein akutes Abdomen?

Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Inappetenz bis Anorexie
  • Vomitus (Erbrechen) und Durchfall
  • Zittern und Schmerzempfinden bei Palpation des Abdomens
  • Aufgekrümmte Körperhaltung bis hin zum staksigen Gangbild oder Einnehmen der “Gebetsstellung”
  • Winseln, Apathie
  • Salivation (Speicheln)
  • Dyspnoe
  • Fieber

 

4. Was sind mögliche Ursachen?

  • Trauma
  • Neoplasien (bspw. rupturierte Hämangiosarkome der Milz oder Leber)
  • Entzündungen/ Infektionen (bspw. Pankreatitis, Peritonitis, FIP)
  • Magendrehung/ -dilatation
  • Ileus (Darmverschluss) durch Fremdkörper, Invagination, raumfordernde Prozesse der Darmwand
  • Pyometra (eitrige Gebärmutterentzündung)

 

5. Vorgehensweise der Besitzer

Sollte Ihr Tier die oben genannten Symptome aufzeigen, werden Sie bitte in einer Praxis/ Klinik vorstellig. Auf Grund der häufig unspezifischen Symptome sollte eine umfangreiche Diagnostik (Sonographie, Röntgen, Blutuntersuchung) durchgeführt werden, um eine passende Therapie herauszuarbeiten.

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