Tierzentrum Gelnhausen

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Harnsteine bei Hund und Katze

von Nicolai Richel

Wie entstehen Harnsteine?

Harnsteine oder ihr Vorgänger Harngries entstehen durch eine Vielzahl von Faktoren: Genetische Veranlagung, ein überhöhtes Angebot von Mineralstoffen in der Nahrung, zu wenig Flüssigkeitsaufnahme, eine bakterielle Infektion und ein erhöhter pH-Wert, sowie ein erhöhter Harnsäureanteil im Urin können die Harnsteinbildung auslösen oder begünstigen. Ebenso kann eine dauerhafte Behandlung mit bestimmten Medikamenten zur Harnsteinbildung beitragen.

Sind Harnsteine schädlich für mein Tier und wie kann ich eine Erkrankungen erkennen?

Im Grunde beeinträchtigt das Vorhandensein von Harnsteinen in der Blase in geringen Konzentrationen ihr Tier nur wenig oder sogar gar nicht. Je nach Art und Beschaffenheit der Steine können sie oft monate- oder jahrelang in der Blase ihres Tieres verweilen, ohne, dass es ihnen in irgendeiner Weise auffallen könnte. Meist sind Blasensteine nur ein Nebenbefund bei Röntgenaufnahmen oder Ultraschalluntersuchungen, die aus ursprünglich anderen Gründen bei ihrem Tier durchgeführt wurden.

Blasensteine können sich jedoch auch innerhalb kürzester Zeit zu einem richtigen Problem für ihr Tier entwickeln, sogar ein akuter Verlauf, der eine Notoperation bedingt ist nicht auszuschließen.

Es gibt eine Vielzahl verschiedenster Steinarten, die durch ihre scharfkantige Oberfläche die Blasenschleimhaut verletzen und so den sich sowieso schon in der Harnblase befindlichen Bakterien Zugang in die Blasenschleimhaut ermöglichen und damit mittel- bis hochgradige Blasenentzündungen verursachen. Dies ist sehr häufig beim Hund, seltener bei Katzen zu beobachten.

Bei männlichen Tieren, die unter Harnsteinen leiden, können sich kleinste Steine in die Harnröhre des Penis festsetzen und so den Harnabfluss stören oder sogar vollkommen blockieren. Dies hat zur Folge, dass das Tier seinen Harn nur unter größten Schmerzen oder überhaupt nicht mehr absetzen kann, was zu einem Rückstau des Harns bis in die Nieren führt, der sie nachhaltig schädigt. In diesem Fall ist ein sofortiges Eingreifen des Tierarztes notwendig. Oft lassen sich als Sofortmaßnahme die festgesetzten Steine mit Hilfe eines Katheters in die Blase zurückschieben oder falls nicht, können sie mit einer Ultraschallsonde zerstört werden und der Harnabfluss ihres Tieres ist vorerst wieder hergestellt.

Sollten sie also an ihrem Tier bemerken, dass es seinen Harn nur in Kleinstmengen absetzt und dafür sehr häufig (Achtung: nicht mit dem physiologischem Markierverhalten des Rüden verwechseln) oder sogar Blut im Urin ist, sind Harnsteine dafür eine mögliche Ursache. Auch das Drängen auf Urin, also sich hinsetzen, bzw. Beinheben bei keinerlei Urinabsatz, weisen auf eine eventuelle Harnsteinerkrankung, bzw. eine dadurch bedingte Blasenentzündung hin. Die plötzliche Unreinheit von Katzen kann ebenfalls durch Harnsteine bedingt sein, jedoch gibt es hierfür noch eine Vielzahl weiterer Faktoren, die vorher diagnostisch oder im Gespräch ausgeschlossen werden sollten.

Welche Art von Harnsteinen gibt es und ist eine Harnsteinerkrankung therapierbar?

Wie bereits oben erwähnt gibt es eine Vielzahl von Steinarten, die dazu noch in sogenannten gemischten Formen vorliegen können, was die genaue Diagnostik und Therapie erschwert. Generell gilt, dass, sollten die Steine bereits zu groß sein oder die harnableitenden Wege verstopfen, kommt man um einen operativen Eingriff nicht herum. In dieser Operation wird die Blase eröffnet, mehrfach die harnableitenden Wege gespült und alle Steine entfernt.

Die bislang am häufigsten isolierte Form von Harnsteinen ist der sogenannte Struvit Stein, oder auch Magnesium-Ammonium-Phosphat Stein. Bei nur geringer Steinanzahl und Größe lässt sich diese Steinart mit einer bestimmten kommerziellen Diät und harnansäuernden Medikamenten relativ gut auflösen und somit therapieren. Jedoch ist ihr Tier während dieser Therapie einer erhöhten bakteriellen Belastung ausgesetzt, da sich eine bestimmte Bakterienart wie eingebacken in diese Steine befindet und somit bei Auflösung nach und nach wieder freigesetzt wird. Eine mehrere Wochen andauernde antibiotische Begleittherapie ist also oft von Nöten. Ebenso steigt bei der medikamentösen Auflösung das Risiko, dass ein Stein plötzlich in die Harnröhre passt und sich dort festsetzt. Außerdem wurden schon oft Mischformen mit Struvit Hülle und Kalziumoxalat Kern (siehe unten) isoliert, die sich erst gut auflösen lassen und dann schlussendlich doch operativ entfernt werden mussten. Ihnen als Tierhalter sollte ebenfalls bewusst sein, dass ein unter Harnsteinbildung leidendes Tier lebenslang das zur Auflösung verwendete Diätfuttermittel erhalten muss, um einer Harnsteinneubildung vorzubeugen.

Die zweithäufigste Form von Harnsteinen ist der sogenannte Kalzium-Oxalat Stein. Dieser Stein zeichnet sich durch seine scharfkantige Struktur aus und ist leider nicht allein mit Medikamenten und einer Futterumstellung therapierbar. Hier hilft nur die oben bereits erwähnte Operation.

Dalmatiner und englische Bulldoggen neigen durch einen Gendefekt zu einer Urat-Steinbildung. Diese Steine lassen sich ebenfalls in frühen Stadien durch eine Diät relativ gut kontrollieren.

Außer den drei genannten gibt es eine Vielzahl weiterer Harnsteine, die bedingt durch ihre Seltenheit hier keine weitere Erläuterung finden. Jedoch ist unser Team der Tierklinik im Tierzentrum Gelnhausen in der Lage einen Großteil der Harnsteine direkt vor Ort aus Urinproben zu isolieren und zu analysieren. Ein geringer Teil ist jedoch nur von darauf spezialisierten Laboren zu diagnostizieren und wird von uns direkt nach Aufbereitung versandt.

Sollten sie also eines der oben genannten Symptome bei ihrem Tier feststellen und den Verdacht einer möglichen Blasenentzündung oder Harnsteinbildung haben, so bringen sie uns doch zu ihrem Tierarztbesuch falls möglich einfach eine Harnprobe ihres Tieres mit! Dies könnte uns die Diagnosefindung erleichtern und helfen, schneller die richtige Therapie für ihr Tier zu finden.



Tierklinik im Tierzentrum Gelnhausen

Vier Tierärzte führen hier an sieben Tagen in der Woche die Sprechstunde durch. Montag bis Freitag werden chirurgische Eingriffe und andere Eingriffe in Narkose durchgeführt. Den chirurgischen Bereich leitet Tierarzt Wolfgang Kestler, den Bereich der Diagnostik und inneren Medizin betreut Gisela Niebch, Fachtierärztin für Klein- und Heimtiere. Ein breites diagnostisches Spektrum ermöglicht eine schnelle Diagnosefindung und damit auch einen frühen Therapiebeginn, um möglichst wenig Zeit zu verlieren. Hierzu bietet die Tierärztliche Klinik Diagnostik wie Ultraschall, Herzultraschall, Endoskopie, digitales Röntgen, Blutuntersuchungen mit Auswertung im Haus und vieles mehr.
Desweiteren bietet die Klinik auch einen jährlichen Vorsorge-Check an, um noch vor dem Auftreten von Symptomen Krankheiten zu erkennen und zu therapieren. Eine adäquate Therapie Ihres Tieres ist unter anderem durch den chirurgischen Bereich und die Möglichkeit der stationären Aufnahme für zum Beispiel operierte Tiere oder Infusionspatienten gewährleistet. Hier werden auch verunfallte Tiere und andere Intensivpatienten betreut. Die Hunde der Helfer und Ärzte haben hier zum Beispiel schon des öfteren durch Blutspenden anderen Hunden das Leben gerettet
Auch über den täglichen Klinikalltag hinaus engagieren sich die Ärzte der Tierklinik rund um das Thema Tiere. So wurde eine Vortragsreihe veranstaltet zum Thema „Hunde mit Beruf“, in deren Rahmen unter anderem über Spürhunde, Blindenführhunde, Hütehunde und Jagdhunde referiert wurde. Ebenso bietet Fachtierärztin Gisela Niebch regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse für Tierbesitzer an.

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